| Bericht von der Ausstellungseröffnung: |
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Die Ausstellung im HdB mit ihren acht großen Schautafeln und den Ständen mit über 30 frisch im Ort gepflückten Wildpflanzen dazwischen, passt nach den Worten von Bürgermeister Rainer Kinzkofer hervorragend zum Thema „Naturerziehung", einem wichtigen Bestandteil des Wettbewerbs „Veitshöchheim blüht auf". Zur Ausstellungseröffnung war deshalb auch die Klasse 4 a aus der benachbarten Vitusschule gekommen.
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Der Besuch dieser vom Landschaftspflegeverband Würzburg anlässlich seines zehnjährigen Bestehens in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Gemeinde Veitshöchheim organisierten Leihausstellung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit war für alle Schüler ein besonderes Erlebnis
.„Ich sag meinem Papa, er soll unseren Rasen nicht mehr so oft mähen" antwortete spontan die zehnjährige Sophia aus der Klasse 4 a der Vitusschule auf die Frage, welche Lehren sie von der Ausstellung „Wildpflanzen im Dorf" zieht. Bisher habe sie nicht gewusst, dass man Gänseblümchen und Löwenzahn auch essen kann.
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Ihrem Klassenkameraden Friedrich imponierte der Ausstellungsstand, wo man mit der Lupe viele der über 100 Insektenarten bestaunen konnte, denen die auf den ersten Blick unnütz erscheinende Ackerkratzdistel Wohnraum, Nahrung und Schutz vor Feinden bietet. |
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„Warum riecht das in allen Teilen hochgiftige Maiglöckchen" fragte der geprüfter Natur- und Landschaftspfleger Georg Ries (li.) die Kinder. Prompt kam aus deren Reihen auch die Antwort: „Um Bienen anzulocken". Ries verstand es so vorzüglich, den Vitus-Schülern an den acht Stationen kindgerecht zu verdeutlichen, dass Wildpflanzen zu unserer Lebensgemeinschaft gehören, wie wichtig und wertvoll sie zum Nutzen von Mensch und Tier sein können und was man für ihre Erhaltung tun kann.
Voller Begeisterung machten sich dann die Viertklässler, nachdem sie ihren Wissensdurst gestillt
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und das Liedchen „Wohlauf die Luft geht frisch und rein" geträllert hatten, |
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voller Heißhunger über die Baguette-Scheiben hier, die sie zuvor dick mit aus Bärlauch, Pimpernelle, Schafgarbe und wildem Oregano hergestelltem Wildkräuterquark bestrichen hatten. |
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Betreut wird die von Karen Heußner (li.) vom Kulturamt der Gemeinde mitorganisierte Ausstellung während der Öffnungszeiten von der örtlichen Bund Naturschutz-Ortsgruppe.
Im Bild auf dem Tisch kurz zuvor in der Gemarkung Gadheim frisch gepflückte, essbare Wildkräuter: Gänseblümchen, Walderdbeeren, Ackerwinde, wilder Thymian, Beifuß, Giersch, Knoblauchrenke, Blutwurz, Wiesenkerbel, Wiesenfuchsschwanz, Wiesenlabkraut, Brennessel, Bärlauch.
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Stellvertretender Landrat Ernst Joßberger, der zusammen Bürgermeister Rainer Kinzkofer die Ausstellung eröffnete, sprach die Hoffnung aus, dass noch weitere Schulklassen die Gelegenheit wahrnehmen, diesen praxisnahen Naturkundeunterricht in dem passenden Ambiente des HdB zu nutzen, da das Thema heimische Kräuter leider in den aktuellen Lehrplänen kaum noch vertreten sei. |
| Zur häufig angesprochenen Artenvielfalt oder Biodiversität würden nicht nur besondere Tiere und Pflanzen aus Naturschutzgebieten zählen, sondern auch viele Wildpflanzen, die oft direkt vor der Haustüre wachsen, mit deren Verschwinden aufgrund eines übertriebenen Sauberkeitsdenkens aber vieles verloren gehe. |
| Diese Wildkräuter, die oft zu Unrecht auch als Unkräuter bezeichnet würden, zu erhalten und auf ihre Bedeutung hinzuweisen, sei seit zehn Jahren auch eine vornehmliche Aufgabe des Landschaftspflegeverbandes Würzburg. |
Kulturgut |
- Die Ausstellung „Wildpflanzen im Dorf" zeigt, dass UN-Kräuter nicht in die Gruppe der UN-Wörter einzureihen sind und dass sie seit eh und je die Kultur des Menschen begleiten.
- Sie lehrt uns, dass sie zur Dorflebensgemeinschaft gehören, auch nur dort geeignete Lebensbedingungen finden und vielseitig verwendbar sind - zum Nutzen von Mensch und Tier.
- Unkräuter haben auch eine Geschichte, die eng mit der Entwicklulng unserer Kulturlandschaft verbunden ist.
- Die Brennessel und die Ackerwinde waren bereits vor 8.000 Jahren, als Europa völlig bewaldet war hier heimisch
- Die Römer brachten uns vor 2.000 Jahren nicht nur den Wein, sondern auch viele neue Wildkräuter aus dem Mittelmeerraum wie die Hundszunge oder die Zaunrübe.
- Seit Christoph Kolumbus im 15. Jh. Amerika entdeckte, kamen auch bis dahin unbekannte Samen als Warenbegleiter auf den Schiffen zu uns wie die Kanadische Goldrute oder der Stechapfel.
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| Herkunft |
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- Die Ausstellung verdeutlicht, woher die UN-Kräuter stammen, welch teilweise weiten Wege sie hinter sich haben, wie sie sich verbreiten und was man für ihre Erhaltung tun kann.
- So hat der Storchschnabel (vorne) einen Schleudermechanismus zur Verbreitung, das Hirtentäschel (re.) eine millionenfache Samenproduktion und der Löwenzahn (li.) verbreitet sich mit Fallschirmen.
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- Unser übertriebener Ordnungssinn hat traditionelle Wuchsplätze beseitigt.
- Dafür finden wir immer mehr Zierrasen, asphaltierte Plätze, Zäune und Mauern ohne ihre Mauerblümchen.
- Die meisten Wildpflanzen sind Spezialisten, die nur an den für sie geeigneten Stellen zu finden sind.
- Im Bild das Bitterkraut, eine Pflanze, die zum Keimen einen offenen Boden braucht wie z.B. auf einem Hühnerhof (Bild oben).
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- Im Bild vorne der Wegerich, dessen Name Programm ist, d.h. der sonnenliebend am Rande von Wegen gedeiht oder hinten der Sauerampfer, eine Pflanze, die Fettwiesen bevorzugt.
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Bedeutung für Tierwelt
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- Es beweisen uns zahlreiche Tiere, dass UN-Kräuter durchaus bewohnbar sind.
- Zum Beispiel bevölkern über 100 Insektenarten die Blüten der Acker-Kratzdistel!
- Dort sammeln sie Pollen und Nektar.
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| Bedeutung für Mensch |
- Auch der Mensch nutzt die UN-Kräuter.
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- Auch viele Menschen würden die UN-Kräuter zur Ernährung nutzen. So ergebe die Brennnessel einen prima Spinat.
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| Die heilenden Wirk- und Inhaltsstoffe auch giftiger, nicht essbarer Pflanzen würden in der Volksmedizin und Naturheilkunde verwendet wie z. B. im Bild das Maiglöckchen (li.) und das Schöllkraut (re. hi., während der Aronstab (re. vo.) eine Fliegenfalle ist.
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| Die Farbstoffe von Wildkräutern wie die Färberwaid und die Gelbe Resede (oben im Bild) wurden laut Ries früher zum Färben von Wolle und Stoffen verwendet. Die Farbe Indigoblau wurde dabei mit dem Harnstoff des Urins erzielt. |
| Konzept |
- Das Konzept der Ausstellung stammt vom Institut für Landschaftsökologie München-Weihenstephan.
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| Gestaltung |
- Gestaltet wurde sie von den Münchner Künstlern Rainer und Tobias Wittenborn.
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| Leihgabe |
- Leihausstellung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit (StMUG)
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| Ausrichter |
- Landschaftspflegeverband Würzburg, Hubert Marquart in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Gemeinde Veitshöchheim
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