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Neue Apfelsorten für den Streuobstbau - Gemeinde ermöglicht Langzeitversuch der LWG PDF Drucken E-Mail

lwgstreuobst2005

Vorbildliche Ausgleichsfläche - Die von der Gemeinde gepflanzten 73 Obstbäume sind eingebunden in den Weg der Jahresbäume

 

Wer hat schon einmal etwas von Rebella, Rubinola oder Topaz gehört? Dabei handelt es sich um neue Apfelsorten, die in den letzten 20 Jahren auf den Markt gekommen sind.
Allen gemeinsam ist eine geringe Anfälligkeit für im Obstbau bedeutsame Krankheiten wie Mehltau und vor allem Schorf, zum Teil sind sie sogar resistent.

 

Da bislang kaum Erfahrungen bei langlebigeren Hochstämmen vorliegen, führt Martin Degenbeck (li. im Bild)  von der Abteilung Landespflege der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) seit 1998 an mehreren Standorten in Unterfranken einen Langzeitversuch durch.
Daran beteiligt sich auch die Gemeinde Veitshöchheim. Im Spätherbst 2004 pflanzten die gemeindlichen Gärtner auf der 8000 Quadratmeter großen Ausgleichsfläche für das Baugebiet „Speckert VI" (siehe unten) am Nordrand der Gartensiedlung 73 Obstbäume, davon 60 Apfelbäume aber auch 3 Birnen- und je 5 Kirschen- und Zwetschgenbäume. Neben verschiedenen bewährten Apfel-Sorten waren es auch zehn neue Apfel-Sorten, die Degenbeck 20 Jahre lang regelmäßig bewertet.

Die Pflege obliegt der Gemeinde Veitshöchheim.
An jedem Baum brachte der Landespfleger ein Sortenschild mit wichtigen Daten an.

So kann sich jeder Spaziergänger selbst ein Bild von der Qualität der Sorten machen kann und zur Erntezeit nach Abschluss der Bonitur Ende September von den süßen Früchten auch kosten.

Allerdings muss man sich schon Gedanken machen, was die auf den Täfelchen verwendeten Kürzel bedeuten:
schild
T =  Tafelapfel (Essobst),
W = Wirtschaftsapfel (Backen, Mus)
M = Mostobst (vor allem Saft)
E = Erntezeit (A= Anfang, M= Mitte, E= Ende des Monats)

V = Verwertung (Verzehr, Lagerfähigkeit)

So bedeutet zum Beispiel E: E 10 es kann Ende Oktober geerntet werden.

 

 

 

 

 

Auf der Versuchsfläche nördlich der Gartensiedlung testet die LWG auch die Eignung weiterer neuen Apfel-Sorten wie Resi, Regine, Remo und Pilot, Florina, Gerlinde und Teser für den extensiven Streuobstbau.
In der Regel werden hier keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt, weshalb sich die krankheitsresistenten Sorten geradezu anbieten.

Die bisherigen Erfahrungen sind bei einigen Sorten viel versprechend.

Siehe LWG-Dokumentation Zwischenbilanz Langzeitversuch - Download hier

 

Die nachfolgenden Bilder wurden 5 Jahre nach der Pflanzung am 14.4.2009 gemacht:

streuobstjahresbaumwegkorbiniansapfel

streuobstjahresbaumwegbuehlerfruehzwetschge streuobstjahresbaumweggerlinde
Korbiniansapfel

Bühler Frühzwetschge

Apfel Gerlinde
streuobstjahresbaumweg102buettnersroteknorpelkirchse streuobstjahresbaumwegpetersbirne streuobstjahresbaumwegtopaz

Büttners Rote

Knorpelkirsche

Peters Birne Apfel Topaz

 

altbewährte Apfel-Sorten:

Danziger Kantapfel

danzigerkantapfel(2, 5, 11)

T/W E: M 10 V: 10-12

Das Fruchfleisch schmeckt süßsauer mit einem angenehmen Rosenapfelaroma.

Rheinischer Bohnapfel

rheinischerbohnapfel

(3, 8, 10)

M/W E: E10 V:1-6

Die bereits vor 1800 angebaute Sorte "Bohnapfel" zählte zu den drei Apfel-Reichsobstsorten, die 1922 als wirtschaftlich wichtig empfohlen wurden. Der Apfel ist hervorragend für die Süßmostherstellung geeignet. Bei der Verarbeitung behält das Fruchtfleischseine weiße Farbe, so dass der Apfel auch als Koch- oder Backapfel begehrt ist.

Kaiser Wilhelm

kaiserwilhelm1

(4, 35, 40)

T/W E: M 10 V 10-1

Der Apfel des Jahres 2007 wurde 1875 Kaiser Wilhelm zur Geschmacksprobe vorgelegt, der daraufhin die Namensverwendung für „diesen wahrhaft majestätischen Apfel" huldvoll genehmigte .

Aus ihm lässt sich besonders guter Apfelsaft herstellen. Er eignet sich zum sofortigen Verzehr ebenso gut wie zum Mosten und Lagern.

Gravensteiner

gravensteiner

9, 49, 57

T E:A9 V: 9

Der Sonnenkönig unter den Äpfeln zählt zu den wohlschmeckendsten Sorten überhaupt. Das markante Zeichen dieser Herbstsorte ist sein angenehmer Duft und sein aromatischer Geschmack.

Der Apfel hat charakteristische hellrote Streifen, ausgeprägte Rippen, eine leicht fettige Schale und lockeres, saftiges, edel gewürztes Fruchtfleisch.

Maunzenapfel

maunzenapfel

12, 27, 53

M E:M10 V:11-3

Diese alte deutsche Herbstapfelsorte.
kann als Tafelapfel, Mostapfel und auch als Back- und Kochapfel verwendet werden.
Der Apfel ist eher klein bis mittelgroß, „hochrund“, besitzt eine gelbe Grundfarbe mit roten Streifen; er ist fettig, sehr fest und saftig.

Jakob Fischer

jakobfischer

(16, 20, 44)

T/W E:A9 V:9-11

Seine Früchte sind groß bis sehr groß goldgelb, sonnenseits leuchtend rot. Das Fruchtfleisch ist locker, grobzellig, saftig, weinsäuerlich, später mehlig und weich.

Es ist eine robuste Apfelsorte.

Jakob Lebel

jakoblebel

(39, 42, 58)

T/W E:9 V:10-12

Die Sorte zählte – neben Bohnapfel und Ontario – zu den drei Reichsobstsorten, die 1922 als wirtschaftlich wichtig empfohlen wurden.
Begehrt von Bäckereien galt er als der Backapfel schlechthin.
Er eignet sich aber auch gut für gedörrte Apfelringe und zum Frischverzehr für Liebhaber von leicht säuerlichen, später mürbe werdenden Äpfeln.

Korbiniansapfel

korbiniansapfel

(25, 28, 52)

T/W E:E10 V:12-5

Die Sorte entstand 1944 im Konzentrationslager Dachau aus einer Sämlingsauslese von Pfarrer Aigner.
Pfarrer Korbinian Aigner zu Ehren und als Bezug zum Schutzpatron seiner Diözese München-Freising, dem hl. Korbinian, stimmten alle mit seinen pomologischen Arbeiten vertraut gewordenen Personen dem Vorschlag zu, diesen Apfel 'Korbiniansapfel' zu nennen.
Sehr guter Tafel- und Wirtschaftsapfel.

Lohrer Rambur

lohrerrambur(45, 47, 51)

W/T E:E10 V:11-5

Tafel- und Wirtschaftsapfel, Fruchtfleisch gelblichweiß, sehr fest, saftig, gewürzt.
Der Baum braucht nur wenig Pflegeaufwand. Er wächst gesund und robust.

 

bienheimBlenheim

(33,56, 60)

T/W E:M10 V:11/2

Diese "adelige" Apfelsorte ist ein Zufallssämling aus England, Woodstock 1740. Liebhabersorte mit sehr aromatischen Früchten aber nur unbefriedigenden Erträgen. Die Sorte gehört nur in warme Lagen mit nicht zu schweren Böden.

 

neue Apfelsorten auf Hochstamm

Rubinola

rubinola

(1, 7, 31, 43, 48)

T E:M9 V:9-11

Geschmacklich eine der besten Sorten: süß-säuerlich, feine Würze, feinzellig,

saftig.

 

Remoremo1

(6, 13, 18, 29)

T/M E:E9 V:9-11

Der relativ unbekannte Remo ist ein mittelgroßer Apfel mit weichem Fruchtfleisch.

Er hat einen eher sauren Geschmack und eignet sich gut zum Backen.

Resi

resi

(14)

T E:M9 V:9-1

Saftig, feinzellig, süß mit leichter Säure und dezentem Aroma.

Wuchs schwach; einfache Spindelerziehung.

Pilotpilot

(22, 34, 38)

T/W E:M10V:1-7

Der Winterapfel ist eine zinnoberrote Sorte mit druckfester Schale. Darunter liegt ein festes, saftiges Fruchtfleisch, das spritzig süßsäuerlich schmeckt.
Der Ertrag ist hoch bis sehr hoch. Die widerstandsfähige Sorte entstand 1962 in Dresden-Pillnitz im Institut für Obstforschung.

Florina

(32, 36, 59)

florina

T/W E:A-M10 V:10-1

Mittel bis große, "bläulich" bereifte Frucht, saftig, feinzellig, süß
mit wenig Säure.

Topaz

topaz

(17, 21, 26)

T E:A10 V:10-3

Topaz zählt geschmacklich zu den wertvollsten schorfresistenten Sorten.
Die Frucht ist mittelgroß, abgeplattet kugelförmig und gelborange mit leicht geröteter Streifung, saftig, knackig, aromatisch, süß-säuerlich.

Gerlinde

gerlinde

(30, 41, 50)

T E:E8-A9 V:9-12

Klein bis mittelgroß; knackig, süß mit feiner Säure und gutem Geschmack.

Mittlerer Mehltaubefall; hängendes Holz

Rebella

 

rebella

(15, 24,  37, 46)

T E:M9 V:9-11

Hohe, sichere/regelmäßige Erträge;
mittelgroße, hochgebaute Frucht, hellroteBacken.

Frucht saftig, süßlich mit Säure;etwas grobzellig ("strohig").

Regine

regine(61)

T E:M10 V:12-4

Mittelgroß, grüngelb mit >75 % rot, z.T. gestreift. Grobzellig, saftig, fein-säuerlich, bei Genussreife feine Würze.
Ertrag: setzt früh ein, mittel bis hoch, regelmäßig

Teser

teser(54, 55, 62)

T/W E:E9-A10 V:10-12

Die Frucht ist mittelgroß, gelb mit ca. 50% roter Deckfarbe; das Fleisch ist fest, saftig und knackig mit sehr gutem Aroma.
Der Baum wächst mittelstark bis stark und bringt frühe und hohe Erträge.
Auf Grund seiner Schorfresistenz und geringen Anfälligkeit gegen Mehltau zählt Teser zu den zukunftsreichen Sorten im biologischen Tafelobstanbau bzw. Liebhaberanbau, wo man mit geringen aber nützlingsschonenden  Spritzaufwendungen das Auslangen finden will.

 

Kirschen
101 Große Schwarze Knorpelkirsche

T/W E:E7-A8

V:7-8

102, 111 Büttners Rote Knorpelkirsche

T/W E:E6-A8

V:7-8
109,112 Frühe Meckenheimer Süßkirsche

T

E:E7-A7

V:6-7
Birnen
103 Gräfin von Paris

T/W

E:E10

V:11-1
  • Historie: Von einem Herrn Guillaume, Foureine in Dreux, Frankreich, im Jahre 1893 aus Samen gezogen.
  • Ernten: Die Früchte brauchen zum Ausreifen viel Sonne und sollten möglichst bis Ende November am Baum hängen bleiben.
  • Genußreife: November bis Januar
  • Frucht: große, süße und schmelzende Tafelbirne.
  • Baum: sehr frosthart und robust
107, 108 Petersbirne

T/W

E:M7-A7

V:7
Zwetschgen
104, 106 Hauszwetschge

T/W

E:E9

V:9-10
105, 110, 113 Bühler Frühzwetschge

T/W

E:E7-A8

V:7-8

 



Vorbildliche Ausgleichsfläche - Enorme Bedeutung für Flora und Fauna

baumpflanzungspeckertvi „Diese Aktion hat in Zeiten leerer öffentlicher Kassen Vorzeigecharakter und Vorbildfunktion" sagte der Veitshöchheimer Landschaftsarchitekt Thomas Struchholz (re.) beim Setzen des letzten Baumes der von ihm geplanten Pflanzung zusammen mit Bürgermeister Kinzkofer.
ausgleichsflaechenspeckertvi Die 2004 neu angelegte Streuobstwiese ist Bestandteil einer doppelt so großen Ausgleichsfläche für das 28.000 Quadratmeter große Bauareal Baugebiet Speckert VI, in dem die Gemeinde 34 Einzel- und drei Doppelhaus-Bauplätze halbkreis-förmig bis zu 110 Meter tief an die nördliche Kante der Hochfläche der Gartensiedlung erschloss. Die  Ausgleichsfläche grenzt direkt an das Baugebiet an.
streuobstjahresbaumweg5hecken

Die Ausgleichsfläche, zu der neben der Streuobstwiese zur anderen Hälfte extensiv genutztes Grünland gehört, auf dem im April 2009 der Weg der Jahresbäume angelegt wurde, ist  nachhaltig und auf Dauer gesichert, kann also nie bebaut werden.

(linkes Foto 14.4.09)

streuobstjahresbaumweggeschuetzterlb Ihr kommt eine enorme Bedeutung für Flora und Fauna zu. Sie ist mit dem Altbestand von Hecken und mit Naturschutzgebieten bzw. Naturdenkmälern vernetzt, im Westen mit den „Hofellern" und im Osten mit dem „Wolfstalgraben" (linkes Foto 14.4.09).
streuobstjahresbaumweghecken Eingesäumt von Spazierwegen kommt der Ausgleichsfläche auch aus der Sicht der Naherholung eine große Bedeutung zu, eröffnet sich von hier dem Spaziergänger ein toller Blick nach Westen ins Maintal und nach Norden auf die oberhalb des Sendelbachtales gelegene Sandhügel-Landschaft.
Dies erhöht noch weiter die bereits vorzügliche Wohn- und Lebensqualität des neuen Baugebietes, in dessen nächster Nähe sich Kirche, Schulen, Kindergarten, Bushaltstelle, Einkaufsmöglichkeiten und ein Naherholungswald befinden.
streuobstjahresbaumweg2hecken

streuobstjahresbaumwegtopaz

streuobstjahresbaumweg7hecken

streuobstjahresbaumweggeschuetzterlb1

streuobstjahresbaumwegbankfernblick

jahresbaumweghunde

 

 

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