Home Natur-/Landschaftsschutz Eine Chance für die weltweit einzigartige Mehlbeere
Eine Chance für die weltweit einzigartige Mehlbeere PDF Drucken E-Mail

baumfaellarbeitenedelmannswaldsaumLandschaftspflegearbeiten: Umfangreiche Lichtung der Randzone des Naturschutzgebietes Edelmannwald oberhalb der Weinberge

Ziel: Regeneration und Sicherung der hohen Biodiversität mit einem besonders hohen Anteil an seltenen und gefährdeten, bayernweit bedeutsamer Saumarten

 

 

siehe auch Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplanes

Linkk auf Bericht über Führung Ende  Mai hier

 

 

 

lageplan Gesperrt für Spaziergänger und Wanderer war für für insgesamt 14 Tage der Obere Talbergweg oberhalb der Weinbergslage „Fachtel" entlang dem Naturschutzgebiet „Edelmannswald". Vier Kräfte des Landschaftspflegeverbandes Würzburg sind hier zur Zeit dabei, mit der Motorsäge den Waldrand auf einer Länge von 500 Meter und einer Tiefe bis zu 50 Meter auszulichten. Wie Hubert Marquart vom Landratsamt Würzburg  erklärt, werden in Abstimmung mit der Gemeinde und dem Amt für Landwirtschaft und Forsten Teile des flächenhaften Strauchbewuchses und einzelne Bäume entfernt. Der Waldcharakter soll aber grundsätzlich bestehen bleiben.

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Nach den Worten des Landkreis-Naturschützers verhindern dichter Strauch- und Baumbewuchs eine artenreiche und buntblühende Bodenvegetation. Dieser Übergangsbereich von den Weinbergen zum Wald sei als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen, insbesondere des wärmeliebenden Saumunterwuchses fast völlig verloren gegangen.

Die optimale Regeneration und Sicherung der hohen Biodiversität mit einem besonders hohen Anteil an seltenen und gefährdeten, bayernweit bedeutsamer Saumarten wie Mehlbeere, Bergkronwicke und -Widderchen, Arzneiharrstrang, breitblättrigem Laserkraut und Deutschem Alant ist auch ein besonderes Anliegen des Gerbrunner Professors Dr. Lenz Meierott (Bildmitte).

Wie er in alten floristischen Quellen entdeckte, hatte der Edelmannswald vor über 100 Jahren einen sehr lichten Charakter. Dadurch konnte über viele Jahrzehnte im Unterwuchs flächendeckend eine sehr artenreiche, buntblühende Pflanzendecke wachsen. Überaus häufig anzutreffen waren so hier auch verschiedene Orchideenarten, insbesondere Frauenschuh, Diptam und Haarstrang.
Seit über 50 Jahren erfolgt hier jedoch keine Niederwaldnutzung mehr. Dadurch habe sich vor allem auch die Buche in den extrem warmen Waldrandbereichen ausgebreitet. Ihre starke Beschattung habe langsam den lichtbedürftigen Unterwuchs verdrängt und zu einer starken Artenverarmung in diesem Waldbereich geführt. Es seien, so der Professor, im schattigen Überstand von Bäumen nur noch spärlich Pflanzen einzelner Saumarten vorhanden.

Weltweit einzigartig

Das 1941 unter Naturschutz gestellte Gebiet ist laut Meierott ein bedeutender Standort für zahlreiche endemische Mehlbeerenarten, deren systematische Erforschung noch längst nicht abgeschlossen sei. Die hier von Botanikern erst kürzlich gefundenen Mehlbeeren seien in ihrer besonderen Ausprägung weltweit einzigartig. Die endemischen Mehlbeeren würden ebenfalls lichte Waldränder benötigen, um sich gut entwickeln zu können.
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Leider gibt es aber, wie Marquart sagte, für dieses Naturschutzgebiet keinen Pflege- und Entwicklungsplan. Auf Betreiben der Naturschutzbehörden werde deshalb nun eine deutliche Auflichtung für diesen wertvollen, geschützten Waldrandbereich durchgeführt. Landkreis-Naturschützer spricht von einer Reduzierung des Beschirmungsgrades um 50 Prozent.
Die Umsetzung erfordere ein hohes Maß an fachlicher Begleitung.
Wie der mit den Fällarbeiten betraute Landschaftspfleger Niels Kölbl hierzu Bürgermeister Rainer Kinzkofer bei einer Ortseinsicht erläuterte, müssten er und seine Kollegen vor allem zur Schonung der endemischen Mehlbeeren besonders vorsichtig im sehr steilen Gelände arbeiten. Deshalb ist hier auch Gottfried Gehringer von der Firma Fleischmann in Kist im Einsatz, der die gefällten Bäume mit Seilzügen auf den Talbergweg hievt.
 

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