Ideale Bedingungen bei Arbeitseinsatz der Ortsgruppe Veitshöchheim des Bund Naturschutz
Das Naturdenkmal „Seelein", Veitshöchheims einziges geschütztes Feuchtbiotop, wird seit es unter Schutz gestellt wurde, von der Ortsgruppe Veitshöchheim des Bund Naturschutz betreut. Fachlich beraten wird die Ortsgruppe dabei von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Würzburg.
Ein bis zweimal jährlich erfordert das Naturdenkmal „Seelein" Pflege. In diesem Jahr herrschten dafür ideale Bedingungen, denn der Boden und sogar die Eisfläche waren gefroren.
Das Biotop ist ein stehendes Kleingewässer, umgeben von Hecken und Trockenrasenflächen und einzelnen Bäumen. Es stellt ein wichtiges Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen in einer intensiv genutzen Agrarlandschaft dar.
Die Vorstellung vieler Bürger, Naturdenkmal und Biotop bedeute, dass nichts gemacht wird, trifft sehr häufig nicht zu. Ziel der Pflegemaßnahme am „Seelein" ist es, den Gehölzaufwuchs im Umfeld des Gewässers zu reduzieren, vor allem sind es Eschen, Hartriegel und Schlehen, die sich sonst die Fläche schnell erobern. Die zu nahe am Gewässerrand stehenden Gehölze entziehen viel Wasser und führen dadurch zu einer Absenkung des Wasserspiegels. Da das Biotop keinen Wasserzulauf besitzt würde es schnell austrocknen. Außerdem verzögert eine zu starke Beschattung die Entwicklung der am Seelein lebenden Amphibien während des Frühjahres. Neben dieser Pflegemaßnahme erfolgt jährlich eine Mahd der Wiesenfläche.
Bei, für unsere Region ungewohnter Kälte, machten sich die sieben Naturschützer, unter ihnen auch Bürgermeister Rainer Kinzkofer und der Bauhofmitarbeiter Stefan Oppmann, über die störenden Gehölze her. Das entfernte Material wird später vom Bauhof gehäckselt und abtransportiert.
Nach einer kräftigen Brotzeit im Bauhof war die Pflegeaktion nach drei Stunden wieder beendet. Alle freuen sich schon darauf bald wieder Frösche, Molche, Kaulquappen und Libellen im und am Seelein beobachten zu können.
Bedeutung des "Seeleins" für den Artenschutz
Es sind hier vor allem seltene Amphibienarten wie Teichmolch, Kammmolch, Wasserfrosch, Grasfrosch und die Gelbbauchunke anzutreffen, die auf dieses Laichgewässer angewiesen sind. Zu Hause sind hier aber auch die Ringelnattern als gefährdete Reptilienart, als auch mehrere Libellenarten, so auch die Blattbauchlibelle.
Besonders von Vorteil ist die unmittelbare Anbindung an den Wald, der vielen der vorgenannten Tierarten als Sommerlebensraum dient. An Gewächsen sind hier neben Wassergräsern, Binsen, Wasserknöterich und Rohrkolben auch die gelbe Schwertlilie, Blutweiderich und Wasserfeder anzutreffen.
Als erfolgreich erwiesen sich die Bemühungen der Gemeinde, durch den Ankauf von Ackerflächenn vor eine Pufferzone um das Naturdenkmal zu schaffen. Da diese Ackerflächen seit dem nicht mehr bewirtschaftet werden, konnte er direkte Dünger- und Spritzmitteleintrag unterbunden werden, so dass das Wasser im Biotop sehr zur Freude der Naturschützer nun fast Trinkwasserqualität aufweist.
siehe auch den Beitrag
Appell an alle Hundehalter (4/2009):
Das Naturdenkmal Seelein ist ein wichtiges Biotop, Hunde müssen dringend davon abgehalten werden in ihm zu baden. Das Seelein ist ein wichtiger Laichplatz und Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Zur Zeit schwimmt Laich im Seelein, der durch schwimmende und springende Hunde schnell zerstört ist. Unter den vielen Tier- und Pflanzenarten leben im und am Seelein die gefährdete Ringelnatter und der stark gefährdete Kammmolch. Bitte helfen sie mit das Seelein mit seiner Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Als Besucher verhalten Sie sich im Naturdenkmal richtig wenn Sie: - keine Pflanzen beschädigen oder entnehmen - keine Tiere entnehmen oder verletzen - die Tiere nicht beunruhigen oder in ihrem Lebensraum stören. |