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Nördliches Gartenareal erhielt ursprünglichen Charakter Ende 18. Jahrhunderts
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Diese Realisierung bedeutete einen schmerzlichen Eingriff. Es wurden nämlich nicht nur der nördliche Hofgarten-Zugang geschlossen, sondern hier auch noch 2006 zehn 35 Jahre alte Lindenbäume gefällt. Um die historische Gestaltung besser begreifen zu können, mussten laut Schlösserverwaltung die Linden weichen. |
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Seit dem ist das bisherige Haupteingangstor geschlossen und es gibt in diesem Bereich nur noch vom Rathausinnenhof am Ratskeller vorbei einen Zugang. |
Hechtsee jetzt wieder sichtbar
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Der 1810 zugeschüttete Hechtsee, der sich von der Begrenzungsmauer des Schlossparterres bis auf das Gelände des Bilhildiskindergartens erstreckte, wurde wieder sichtbar gemacht. Dieser See, der einstmals den Fürstbischöfen zur Fischversorgung diente, war nach der Säkularisation durch den Wegfall der Hofhaltung entbehrlich. |
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2005 förderten hatten gartenarchäologische Grabungen erstaunlich gut erhaltene Reste der ehemaligen Umfassungsmauer dieses Sees zutage gefördert. Auch alte Holzwasserleitungen, gemauerte Kanäle und das ursprüngliche Relief dieses Gartenteils kamen zum Vorschein.
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Die ursprüngliche Wasserfläche ist jetzt als leicht abgesenkte Rasenfläche sichtbar. Die ursprünglichen, authentischen Elemente wurden herausgearbeitet und gewannen an Bedeutung.
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Übergeordnetes Ziel war es, im gesamten Garten die alten Blickbezüge und Strukturen wieder sichtbar zu machen. So können jetzt die Besucher wieder vom Schlossparterre auf die ehemaligen Ökonomiegebäude des Parks blicken (im Hintergrund), in denen seit 1972 die Gemeindeverwaltung und der Ratskeller und später auch Frühförderstelle und Arztpraxen untergebracht sind. |
| Obstwiese kompensierte Baumfällungen |
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Auf zwei Drittel der Fläche nördlich des Schlossparterres erfolgte die Pflanzung von 45 hochstämmigen Apfel-, Birn- und Pflaumenbäumen. Diese lassen den Charakter dieser Gartenpartie als ehemals vorhandene Obstwiese wieder aufleben. Verwendung fanden überwiegend alte vom Aussterben bedrohte Obstsorten, die der Hofgärtner Johann Prokop Mayer im 18. Jahrhundert favorisierte:
- roter Herbst- und Winterkavill (Apfel)
- könglicher Kurzstil (Apfel) - schon 1565 erwähnt
- Brauner Mostapfel
- Muskatrenette (Apfel aus der Normandie)
- Malus Schwarzer Api
- Prinzenapfel
- Deutsche Nationalbergamotte (Birne)
- Mollebusch (Birne)
- Schweizer Hose (Birne)
- Pastoren-Birne
- Champagner-Bratbirne
- Blutbirne
- italienische Zwetschge
- katalanischer Spilling (Pflaume)
- große grüne Reneklode (Pflaume)
- Hauszwetschge
- Nancy Mirabelle
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Küchengarten
Dass die historischen Gärten nicht nur reine Ziergärten waren, sondern immer auch Obst, Gemüse und sogar Fische (aus den Zierteichen) für die Versorgung der herrschaftlichen Höfe liefern mussten, ist vielen Besuchern heute nicht mehr bekannt.
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Die Schlösserverwaltung bemüht sich deshalb im Hofgarten Veitshöchheim, diesen Aspekt wieder stärker ins Bewusstsein der Besucher zu rücken, um auf diese Weise wieder ein authentisches Bild des historischen Gartens zu vermitteln. |
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Schlossrestaurierung
2005 zeigte sich das barocke Schloss Veitshöchheim wieder in seiner vollen Pracht.
Rund vier Millionen Euro hatte der Freistaat für die umfangreiche fachkundige und aufwändige Restaurierung des Schlosses und des Mobiliars investiert.
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| Weitere Maßnahmen in den letzen beiden Jahren: |
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Sanierung von historischen Quellkanälen und Quellfassungen:
- Durch die Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten an den unterirdischen Entwässerungskanälen Ende 2007 im südlichen Teil des Gartens ist das jahrhundertealte Drainagesystem wieder voll funktionsfähig.
- Hierzu wurden die Entwässerungskanäle freigelegt und die Abdeckplatten abgenommen, eingewachsene Gehölzwurzeln beseitigt, Sedimente auf der Kanalsohle entfernt und das Mauerwerk in Stand gesetzt.
- Die aus Sandstein gemauerten Kanäle, die den ganzen Hofgarten unterhalb der Erdoberfläche durchziehen, stammen noch aus dem 18. Jahrhundert und stellen ein bedeutendes Zeugnis der wasserbaulichen und technischen Ingenieurleistung vergangener Tage dar.
- Die aus Natursteinen gemauerten und mit Steinplatten abgedeckten Entwässerungskanäle waren die Voraussetzung, dass Bäume, Sträucher und Hecken bei dem hohen Grundwasserstand überhaupt gedeihen konnten. Außerdem wird das gesammelte Wasser für die Wasserkünste im Veitshöchheimer Hofgarten genutzt.
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- Trockenlegung der Fundamentierung des Schneckenhauses
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| Restaurierung der beiden Treillagepavillons in der Laubengangzone
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Entschlammung Großer See: Zur Gewährleistung einer guten Wasserqualität wurden im April 2008 im 9.000 Quadratmeter Großen See wurde eine bis zu 80 Zentimeter dicke Schlammschicht entfernt, dabei wurden rund 4.000 Kubikmeter Schlamm abgefahren.
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- Rekonstruktion des Südlichen Heckenkabinettes in der Laubengangzone
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- Anpassung der Heckenhöhen um den Großen See nach historischem Vorbild:
Die Hainbuchenhecke um den Großen See wurde Anfang 2008 auf historische Maße zugeschnitten. Die Heckenwand wurde in der Höhe und in der Breite um rund einen Meter gestutzt. Die Heckennischen, in denen die berühmten Sandsteinskulpturen des Hofbildhauers Ferdinand Tietz stehen, waren viel zu eng geworden. Zudem gab die rund 600 Meter lange und zuvor bis zu 3,40 Meter hohe Hecke zu viel Schatten. Dadurch trocknete der Boden nicht mehr richtig ab und die Figuren setzten Moos an.
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Restaurierung bzw. Anfertigung beschützender Kopien von (Groß-)Plastiken links Orpheus, rechts Diana ... |
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Audioguide: mehrsprachige Hörführung für den Hofgarten (Pilotprojekt der BSV): Historische Zitate lassen den Besucher in die Zeit des Rokoko eintauchen
- Im Jahr 2008 jährte sich sowohl der Geburtstag des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim als auch der seines Hofbildhauers Ferdinand Tietz zum 300. Mal.
- Dieses Doppeljubiläum nahm die Bayerische Schlösserverwaltung zum Anlass genommen, die Audioführung durch den berühmten Rokokogarten zu entwickeln.
- Erstmals bot die BSV damit einen Audioguide durch einen ihrer historischen Gärten an.
- Die völlig neue, interaktive und abwechslungsreich erzählte Führung begleitet die Besucher des Hofgartens Veitshöchheim bei ihrem Spaziergang.
- An 18 verschiedenen Stationen lässt die teilweise mit Musik unterlegte Audioführung die Geschichte und Entwicklung des Hofgartens, seine Besonderheiten und die wesentlichen Gestaltungselemente lebendig werden.
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- Aufstellen von Gepäckschließfächern mit Pfandsystem für Radtouristen
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Modell aus der Vogelperspektive
- Der weltberühmte Rokokogarten ist seit drei Jahren im Schloss auch aus der Vogelperspektive zu sehen.
- Ein Modell entführt in die Zeit des Rokoko und zeigt die gesamte Gartenanlage in der Blüte ihrer Entwicklung gegen Ende des 18. Jahrhunderts.
- Gebaut im Maßstab 1:333 präsentiert das Modell den Garten in seiner ursprünglichen Größe, das heißt auch das 1969 an die Gemeinde verkaufte Areal nördlich des Schlosses ist hier dargestellt.
- Sämtliche Gebäude, Bäume, Heckenwände, Brunnen, Seen, Figuren, Tore, Zäune, Treppen bis hin zur Ornamentik der Parterrefelder um das Schloss sind detailgenau nachgebildet. Bis ins Kleinste wurden die Gebäude nachgebildet, millimetergenau alle Hecken und Alleen dargestellt, 1.200 Bäume gefertigt und etwa 300 Skulpturen per Hand nachgeschnitzt.
- Das Modell trägt somit zu einem besseren Verständnis für das Gartenkunstwerk Veitshöchheim bei.
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| Maßnahmen 2009: |
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Restaurierung Pegasus im Großen See (rechts Aufnahme vor 1 Jahr)
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- Sanierung Entwässerungskanäle - Fortführung
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- Regenerierung Hecken um Großen See (Fortführung)
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- Neuanlage Pflanzbeet am Schloss
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| Probleme |
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Kaskade
Die Rekonstruktion der 1772/73 errichteten und 1945 durch eine Fliegerbombe zerstörten Kaskade des Hofgarten steht seit vielen Jahren auf der Wunschliste der Gemeinde. Sie war der Ausgangspunkt des Wasser im Garten. Im Zentrum stand der Meeresgott Neptun,umgeben von 12 weiteren Quell- und Naturgottheiten. Die wieder aufgestellten Säulen sind neben vereinzeltnen Architektur- und Skulpturfragmenten die einzigen noch erhaltenen Bestandteile dieser historischen Gartenstaffage. Eine Rekonstruktion scheiterte bisher daran, dass der Freistaat Bayern bisher hierfür keine finanzielle Mittel bereit stellte.
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Vandalismus
Ende Oktober 2008 zerstörten Vandalen die Balustrade am Gittertor und verursachten einen Schaden von mehr als 20 000 Euro.Seitdem ist der Zugang zum Hochpodest am südlichen Gittertor, das 1774 Johann Anton Oegg schuf, versperrt.
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