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„Wahre Geschichten" erzählt die Veitshöchheimer Fine Art-Künstlerin Kathrin Feser mit ihren 48 zeitgenössischen Kunstobjekten, die in der anheimelnden Atmosphäre des in neuem Outfit erstrahlenden Königspavillons der Bücherei im Bahnhof voll zur Geltung kommen.

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Bürgermeister Rainer Kinzkofer und Büchereileiterin Elisabeth Birkhold freuen sich bei der Vernissage, dass mit Kathrin Feser, der Tochter der gemeindlichen Kulturreferentin Ilse Feser, eine ortsansässige Künstlerin erstmals im neugestalteten Königspavillon ausstellt, Die Veitshöchheimerin konnte sich bereits in jungen Jahren in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland einen Namen machen. |

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Dekorativ an den Wänden der durch eine Wendeltreppe verbundenen Ebenen des historischen Gebäudeteils verteilt, bilden sie mit diesem eine Einheit, so als ob sie zur Ausstattung gehören.
„Mixed Media" nennt die 40jährige Weltenbummlerin, was sie hier als Querschnitt ihres künstlerischen Wirkens der letzten zehn Jahre ausstellt, entstanden während längerer Aufenthalte in Kalifornien, an der italienischen Amalfiküste und in Rom und natürlich auch in ihrem Heimatort.
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Erkennbar ist sofort die virtuose Zeichnerin, die perfekt Schatten setzt und in ihren Collagen aus farbigem Papier gelungen Formen und Farben aufeinander abstimmt. Ihre Arbeiten unterstreichen ihre Vielseitigkeit. Sie verbindet Cutouts, Zeichnungen, Malerei und Plastisches, Abstraktes und Figürliches. Man sieht Strichfiguren, skurrile Phantasiewesen, Schnüre, Schläuche, Stelzen, Zahlen, Wörter, comic-artige Symbole und auch völlig Unidentifizierbares.
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Die 2004 mit dem Debütantenförderpreis des Bayerischen Staatsministeriums ausgezeichnete Künstlerin nennt ihre Schöpfungen »Hieroglyphen« einer eigenen Sprache, die eine Geschichte erzählen. Ihre quirlig, flippig, witzig und humorvoll wirkenden Kunstwerke fordern die Phantasie des Betrachters förmlich heraus. |

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Nachzulesen ist stets aber auch ihre Interpretation, wie bei dem Gebilde „Kulisse", bei dem sie schimmernde Gestalten im Neonlicht eines trüben Nachmittags kreierte, ein Coutout farbiger Papiere mit Tusche und Graphit, mit einer Vielzahl feiner verknoteter Fäden und Symbole überzogen. Ein beredtes Beispiel für die bildhafte Ausdrucksfähigkeit und eigenständige Bildsprache der Künstlerin. |

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Als Kontrast dazu steht das sehr zeitaufwendig ganz in Weiß erstellte, Harmonie und Ruhe ausstrahlende Cutout „Glücklich". Hier bewirken die grazilen, vom Untergrund hervorgehobenen und mit einander verbundenen geraden und runden Schnipsel und Formen durch die Schattenbildung einen ausdrucksstarken, mehrdimensionalen Effekt.
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Relativ einfach, aber nicht minder eindrucksvoll ist die Bilder-Serie auf der Galerie mit einfachen Strichfiguren aus Schnipseln auf farbigen Papieren wie das Bild „Nebenwirkungen" (links oben). Fesers Interpretation dazu: „Sie blickt auf die Uhr, stellt sich Rosiges vor und lässt die Tür offen stehen". Der Frohnatur gelingt es, ihr freches Augenzwinkern, das sie prägt, auch auf ihre Kunstwerke zu übertragen. |

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Kathrin Feser studierte in Nürnberg Graphik Design und anschließend mit Hilfe des Fulbright-Stipendiums Freie Kunst am California College of Arts and Crafts in San Francisco. Das Studium schloss sie 1999 mit dem „Master of Fine Arts" ab. In Kalifornien lernte sie auch den Web-Design-Studenten Bronson McKinley aus Colorado kennen. Die beiden heirateten kurzentschlossen. Nach vier Jahren erfolgte die Rückkehr nach Deutschland auf Umwegen, auch um „etwas Neues zu erleben". Die beiden bereisten Europa, machten in Rom und bei einer Freundin an der Amalfiküste Station. Seit September 2002 wohnt das Ehepaar Feser/McKinley nun in Veitshöchheim, in dem Wohnhaus ihrer verstorbenen Großeltern. Veränderung ist jedoch eine wichtige Basis für die künstlerische Arbeit von Kathrin Feser. Deshalb verlegt sie nach Ende der Ausstellung ihren Wohnsitz wieder für ein Jahr nach Kalifornien. |

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Ihre Ausstellung in Veitshöchheim ist noch bis 25. Oktober, ihre parallele Ausstellung im Oberen Tor in Karlstadt noch bis zum 26. Oktoberzu sehen. |

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